Förderung in schulvorbereitenden Einrichtungen

Schulvorbereitende Einrichtungen

In den schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Alter von drei bis sechs Jahren in kleinen Gruppen intensiv betreut und gefördert. Die Gruppen werden von einer Heilpädagogin oder einem Heilpädagogen geleitet, welche in Diagnose und Förderung von einer Sonderschullehrkraft unterstützt werden. Zusätzlich werden zur Betreuung der Kinder Kinderpflegerinnen oder Kinderpfleger und Praktikanten eingesetzt.

Für jedes Kind wird ein Förderplan aufgestellt, als Grundlage für die Förderung, die einzeln, in kleinen Gruppen und beim gemeinsamen Spielen und Lernen erfolgt.

Zum klar strukturierten Tagesablauf gehört:

  • der gemeinsame Morgenkreis
  • gezielte Angebote in den Entwicklungsbereichen Sprache, Motorik, Kognition, Wahrnehmung, Sozialverhalten und emotionale Entwicklung
  • die Freispielzeit
  • die gemeinsame Brotzeit
  • ganzheitliche Angebote für die Gesamtgruppe (zu verschiedenen Themenbereichen)

Feste Rituale und Regeln schaffen Sicherheit und erleichtert den Kindern die Orientierung. So können sie ein Arbeits- und Lernverhalten aufbauen, werden emotional gestärkt und ein positives Sozialverhalten kann sich entwickeln.

Förderung

Anliegen und Ziel der Arbeit mit den Kindern ist das Erreichen der Schulfähigkeit. Die wertvolle Lernzeit vor der Schule wird auf diese Weise intensiv genutzt, um bestehende Schwächen in einem sicheren Rahmen auszugleichen und die Kinder so auf die Schule vorzubereiten.

In den schulvorbereitenden  Einrichtungen ist eine besonders intensive Förderung möglich. Deshalb sind sie bei einem hohen Förderbedarf gegenüber den mobilen sonderpädagogischen Hilfen im Vorteil.

Bei der Auswahl der passenden Förderart werden Eltern von Sonderschullehrkräften und HeilpädagogInnen beraten. Grundlage ist das von Sonderpädagogen erstellte Gutachten. Im Gutachten wird der individuelle Förderbedarf festgestellt. Wenn die SVE als geeigneter Förderunsort fesgestellt wird und die Schwabenhilfe für Kinder einen Platz anbieten kann,  entscheiden letztendlich die Eltern ob mit der Förderung in der SVE begonnen wird. Dies ist im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEuG) so vorgesehen.

Welche Kinder können zu uns kommen?

Kinder im Vorschulalter brauchen besondere Förderung, wenn sie Verzögerungen und Auffälligkeiten in den verschiedenen Entwicklungsbereichen aufzeigen. Nie mehr lernen sie so schnell und können Defizite so schnell ausgleichen. Gezielte Förderung im Vorschulalter ist die beste Voraussetzung, um rechtzeitig die Schulreife zu erwerben und damit gute Startbedingungen für die Schullaufbahn zu haben.

Welche Kinder können zu uns kommen?
  • Michi, vier Jahre alt, ist ein aufgeweckter Junge, aber er spricht nicht wie andere Kinder in seinem Alter. Er vertauscht die Laute, verdreht die Wörter im Satz, ist schwer zu verstehen.
  • Maria, ein schüchtern wirkendes Mädchen, gerade vier, spricht wenig und scheint oft nicht zuzuhören. Kleine Verse oder Lieder kann sie sich nicht merken.
  • Kemal hingegen lernt die deutsche Sprache sehr schnell, ist viereinhalb und bewegt sich aber für sein Alter noch sehr unsicher. Er stolpert oft, verschüttet viel, und will vom Umgang mit Stift und Schere noch nichts wissen.
  • Monika, knapp fünf, hat große Scheu vor allem Neuen, sie traut sich wenig zu und zieht sich in einer größeren Kindergruppe sofort zurück.
  • Maxi, der “Wirbelwind” in der Gruppe, fünf Jahre, fällt durch seine Unruhe auf. Er kann kaum stillsitzen und nur kurz bei einer Sache bleiben. Regeln einzuhalten fällt ihm sehr schwer.

All diese Kinder im Vorschulalter können je nach Förderbedarf in unseren schulvorbereitenden Einrichtungen oder durch unsere mobilen sonderpädagogischen Hilfen die notwendige Förderung erhalten.

Wie fördern wir die Kinder?

 

Als Grundlage der Arbeit mit den Kindern wird zu Beginn des Aufenthaltes in einer schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) eine genaue Diagnose, die alle Entwicklungsbereiche umfasst, erstellt. Daraufhin wird für jedes Kind ein individueller Förderplan erarbeitet.

Die Arbeit mit dem Kind findet in intensiver Einzelarbeit aber auch in der gemeinsamen Gruppenarbeit statt. In der täglichen Arbeit hat die Förder- und Verlaufsdiagnostik in der Einzelsituation einen großen Stellenwert, um die individuelle Förderung stetig zu optimieren.

Der Grundsatz “Stärken stärken, Schwächen schwächen” wird individuell umgesetzt. Somit werden den Kindern Erfolgserlebnisse vermittelt, die sie sozial wie emotional stärken und somit auch wieder neue Lernanreize schaffen. Dieser ganzheitliche Blick auf das Kind entspricht der pädagogischen und heilpädagogischen Arbeit in den schulvorbereitenden Einrichtungen.

Viele unserer Methoden und Übungen sind ganzheitlich, unterstützen sich gegenseitig. Motorik und Sprache gehören zum Beispiel in der Entwicklung eng zusammen. So arbeiten unsere schulvorbereitenden Einrichtungen in der Bewegungsschulung unter anderem mit dem Umsetzen akustischer Reize, singen und klatschen. Sprache, Rhythmus, Melodie und Bewegung wirken hier eng zusammen.

Die spielerische und kindgerechte Vermittlung steht im Mittelpunkt der Arbeit.

Beispiele für Förderungen im Vorschulalter
  • Sprechzeichnen bietet eine gute Grundlage für das spätere Schreibenlernen. Die Kinder fahren mit dem Stift rhythmische Formen nach, sprechen passende kleine Texte im Takt. Sprache, Bewegung, Atem kommen in Fluss, Körper- und Bewegungsgefühl sowie die Konzentrationsfähigkeit werden gestärkt. Diese Übungen helfen besonders Kindern, die Silben verschlucken, undeutlich oder verwaschen sprechen, Silben oder Wortteile verschlucken oder stottern, denn sie verführen geradezu dazu, gut gegliedert und betont zu sprechen.
  • Die Mengenerfahrung bis zehn wird durch Satzmuster, Nachklatschen, taktile Mengenerfahrung und visuelle Veranschaulichung unterstützt. Hier arbeiten wir häufig auch mit Montessori-Materialien. Grobmotorische Übungen zwischendurch lockern das Lernen auf.
  • Regelmässig lernen die Kinder unter Anleitung sich zunehmend sicher in größeren Räumen zu bewegen, beispielsweise mit Hilfe von Bewegungsparcours. Das ist besonders für Kinder mit Problemen in der Raum-Lage-Wahrnehmung wichtig.
  • Sensorische Intergrationstherapie: Bei Übungen in einer schaukelnden Hängematte, kombiniert beispielsweise mit dem Aufsammeln von Gegenständen, verbessern Kindern ihre Geschicklichkeit und Koordination.

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